Beschreibung
Der Autor Roland Lampe wurde 1959 in Berlin-Weißensee geboren. Aufgewachsen ist er in Hohen Neuendorf bei Oranienburg (Landkreis Oberhavel). Von 1982 bis 1985 studierte er am Institut für Literatur in Leipzig. Er lebt in Berlin-Wedding. Regelmäßig schreibt er über Literatur und Schriftsteller in Brandenburg.
Mehr über den Autor: www.rolandlampe.de
REZENSIONEN / LESERMEINUNGEN
Roland Lampe erzählt hier das letzte, tragische Stück aus dem Leben des kleinen Sachsen mit seinem unverwüstlichen Humor. […] Er beleuchtet die letzten Lebensmonate des Erfinders von Kuttel Daddeldu nach allen verfügbaren zeitgenössischen Quellen. Und da steht natürlich die Klinik Waldhaus Charlottenburg in Sommerfeld im Zentrum, wo Ringelnatz seinen letzten Sommer verbrachte in der Hoffnung, er könnte dort Heilung finden. Doch das Tagebuch, das er dort führte, erzählt die wahre Geschichte. Auch daraus zitiert Lampe, der aber eben kein Eremitendasein schildert. Im Gegenteil: Gerade weil er auch die Zeitgenossen zitiert, wird deutlich, wie groß der Kreis von Freunden und Bekannten wer, mit denen Ringelnatz in Verbindung stand. Von seinem Verleger Ernst Rowohlt über den Schauspieler Paul Wegener bis zu Asta Nielsen, der berühmtesten Schauspielerin der Stummfilmzeit. […] Es ist ein kleines Kulturpanorama der späten Weimarer Republik, das sich hier auftut. […]
So umfassend hat bis jetzt noch niemand die letzten Lebensmonate von Joachim Ringelnatz beschrieben. Man kommt ihm näher, während er sich zusehends entfernt. Und wir sind dabei, weil nicht nur seine geliebte Muschelkalk in ihren Briefen an Freunde und Bekannte davon erzählt, sondern auch viele seiner berühmten Freunde ihre Erinnerungen aufgeschrieben haben. […]
Sein Buch schließt Roland Lampe mit einem Besuch in der Klinik Waldhaus ab, einem Ort, der im Grunde noch genauso aussieht wie zur Zeit von Ringelnatz’ Aufenthalt. Und wer sich so durch die letzten Lebensmonate liest, entdeckt seinen Ringelnatz möglicherweise sogar ganz neu – verletzlicher, ernsthafter.
Ralf Julke, Leipziger Zeitung, Rubrik Bildung & Bücher, August 2025
Zunächst dachte er, es sei nur eine Erklältung: Husten, Fieber, Erschöpfung. […] Doch zurück in Berlin kommt bald die erschütternde Diagnose: Tuberkulose, damals noch nicht heilbar und schwer therapierbar. Vier Monate, von Juni bis Oktober 1934, wird der Dichter in der Klinik „Waldhaus Charlottenburg“ in Sommerfeld bei Kremmen verbringen. Der Autor Roland Lampe hat diesen Monaten nun im Findling Verlag ein eindringliches, auch erschütterndes Buch gewidmet. Denn Ringelnatz, bekannt vor allem als Humorist, verliert auch in Sommerfeld seinen Humor nicht, dokumentiert seinen Zustand in Briefen an Frau und Freunde – und schonungsloser in einem Tagebuch […] Roland Lampe schildert das so eindringlich wie empathisch, zitiert ausführlich aus Briefen und Aufzeichnungen, unternimmt Ausflüge nach Sommerfeld und Berlin, um zu erfahren, wie die Orte heute aussehen. Und er lässt einem Künstler Gerechtigkeit widerfahren, der keineswegs nur als Humorist wirkte, sondern von Größen wie Asta Nielsen, Paul Wegener und Renée Sintenis wegen seiner Menschlichkeit geschätzt wurde. Wer dieses Buch liest, wird seiner in Anteilnahme gedenken.
Christina Tilmann, Märkische Oderzeitung & Lausitzer Rundschau, Rubrik Kultur, August 2025
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